Arbeit mit Kindern

Abschiedszeilen von Frau Monika Schulz

Unsere Katechetin Frau Monika Schulz geht zum 01. September 2019 in den Ruhestand. Hier ist Ihr Abschiedsbrief nach langjähriger guter Zusammenarbeit mit unserer Gemeinde.

Ich sitze am Schreibtisch und denke, bevor ich in den Ruhestand gehe, wie alles begann. Die Wege hier in Marzahn waren nicht steinig, aber schlammig und nicht eben, aber spannend und von gemeinschaftlicher Art. Nach Umzug in die neue Umgebung wurden wir in die neu entstehenden Gemeinden eingeladen. Aus meiner Heimatgemeinde kommend ließen wir uns auf das Neue ein, das war 1982 im ausgehenden Sommer. Wir waren eine junge Familie mit Kleinkind und einem werdenden Kind. Eine Chance bot sich mir, denn in den neuen Gemeinden gab es viele junge Familien mit Kindern, so dass ich das Angebot der Ausbildung zur Katechetin wahrnahm und diese neuen Aufgaben im Kreise vieler engagierter ehrenamtlicher und hauptamtlicher Mitarbeiter sehr gern übernahm. Bevor wir eigene Räume hatten, war Marzahn Dorf unser Anhaltspunkt. Unser Gemeindeleben spielte sich dort und in Hauskreisen ab, später kam eine Gemeindewohnung dazu. Dann, noch bevor der Bau des Gemeindezentrums Gestalt annahm, erhielten wir die Möglichkeit ein Rüstzeitheim in Lüdersdorf mit aufzubauen und konnten dort viele Freizeiten durchführen. Es wurde ein Treffpunkt für viele Gruppen aus nah und fern. Partnergemeinden aus Bielefeld, Münster, Den Haag und vor allem aus Heerstraße/Nord besuchten uns. Dieser Austausch und die Arbeit miteinander waren maßgebliche Begleiter für die Entwicklung unserer Gemeinde. Alle Namen zu nennen würde den Rahmen sprengen, aber einige möchte ich doch erwähnen. Pfarrer Huhn, der anfing diese Gemeinde aufzubauen und mich zur Katechetenausbildung ermutigte, dann Pfarrer Schottstädt, der den weiteren Aufbau betrieb und seine ökumenischen Kontakte einbrachte, maßgeblich am Aufbau des ökumenischen Forums beteiligt war und viele Partnerschaften anregte und so Besuche aus aller Welt anregte. Dann nahm der Bau des Gemeindezentrums Gestalt an, es gab viel zu bedenken und zu entscheiden. Endlich im März 1989 war es soweit, das Gemeindezentrum wurde eingeweiht. Damals mit vielen Kindern, jungen Familien eine große, sehr lebendige Gemeinde mit drei Pfarrern. Auch in der Entwicklung der Kinder, die zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen wurden, gab es viel Engagement, auch was deren Berufswahl so manches mal beeinflusste. Vieles hat sich in den Jahren natürlich verändert. Die Wende kam, die Gesellschaft veränderte sich. Die Kinder wurden erwachsen, viele Gemeindeglieder zogen weg. Unser Gemeindezentrum war und ist aus meiner Sicht ein Mehrgenerationszentrum.

Gerade beginnt eine Neuausrichtung auf dem Weg der Generationenwechsel auch in Marzahn. Eine Verzahnung von Jung und Alt ist immer wichtig. Das erwähne ich, weil alle Generationen unter einem Dach wertvoll sind für soziales und gelingendes Leben miteinander. Beide Gemeinden, Marzahn und Marzahn/Nord arbeiteten stets zusammen und bildeten bald einen Sprengel. Eine Zeit, die wir als Familie als eine reiche Zeit erlebten. Reich an Begegnungen mit Menschen, die unsere Gemeinden vielfältig ökumenisch prägten. Gemeinschaftlicher Zusammenhalt, das Interesse an Glaubensfragen, Fragen zur Umwelt, der Ökumene und zum konziliaren Prozess waren wichtige Themen.

Ich hielt kurzen Rückblick aus der Vogelperspektive, will mich aber auch bedanken für so viel langjährige Unterstützung, auch den treuen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in den Theaterprojekten, Krippenspielen, Musicals und Kindergottesdiensten mitwirkten. Ohne sie gäbe es das nicht. Einen Dank an Kulissenbauer, Kulissenmaler, Fotografen, Schneiderinnen und Ideenspender. Aber auch den Kinderfreizeithelfern, die fröhlich mit ihren Ideen unsere Reisen gestalteten. Durch die Umstrukturierung der katechetischen Arbeit im Kirchenkreis veränderte sich meine Arbeit auch vor Ort zu Gunsten mehrerer anderer Gemeinden und verschaffte mir auch neue Einblicke und Erfahrungen. Dank auch der langjährigen Gemeinschaft im Konvent der KatechetInnen. Diese blieb stets wertvoll. Auch wenn ich nur zwei Namen zum Beginn des Gemeindeaufbaus nannte, so war doch die gesamte Zeit bis zum heutigen Tag eine reich gesegnete Zeit, was jeden einzelnen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter angeht!

Dank auch an Sie, liebe Gemeinde, denn ohne Sie wäre das Gemeindezentrum eben nur ein leeres Haus. Nicht zuletzt gilt mein Dank auch dem Gemeindekirchenrat. Vielen Dank für eure Zeit und euer Engagement!

Schließen möchte ich mit der Jahreslosung:

„Suche Frieden und jage ihm nach“ (Psalm 34,15). Jeder von uns möge ihn zunächst in sich finden - den Frieden. Dann bei seinem Nächsten - im Gegenüber. Folglich weltweit. Schön wär´s!

Bleiben Sie behütet, Ihre Katechetin Monika Schulz.

 

 

Bildnachweise: